Samstag, 26. September 2009

Zweite Woche

14.09.2009 - 18.09.2009
Die zweite Woche verbrachte ich am Tag durch in der „Operation Section“. Von da aus wird das Kraftwerk gesteuert. Am Montagmorgen war ich ziemlich frustriert, weil keiner der Anwesenden ein Wort Englisch sprechen konnte. Vielleicht denkt ihr euch, dass man sich auch mit „Händen und Füssen“ verständigen kann. Gewiss, solange man sich über Essen, Freundin, Fussball und Golf unterhält ist das eine gute Möglichkeit. Wenn es aber darum geht, etwas über die Sicherheitsvorkehrungen von Synchrongeneratoren mit Selbstanregung oder andere technische Sachen zu Erfahren, wird es ziemlich kompliziert. Am Nachmittag hatte dann zum Glück Pui Zeit und war meine Dolmetscherin. Ich glaube, ich muss IAESTE vorschlagen, dass sie das nächste Mal in Thailand zwei Stellen pro Job anzubieten: Eine Ingenieur- und eine Dolmetscherstelle J. Natürlich übertreibe ich ein wenig. Aber fachlich könnte ich sicher mehr profitieren, wenn die Kommunikation etwas fliessender wäre. Nichtsdestotrotz muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich die letzten drei Wochen zwar noch nichts fachlich beitragen konnte, aber mittlerweile doch etwas detaillierter weiss, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert.

Meine Freizeit verbrachte ich in der zweiten Woche vorwiegen mit Leuten, die ich in der ersten Woche kennen lernte. Einmal fuhr ich noch eine Nacht nach Kanchanaburi. Ein Chef der Operation Section wollte mich seiner Familie vorstellen. Das war eine tolle Erfahrung. Somsak, das ist sein Name, fragte mich spontan am Nachmittag, ob ich am Abend schon etwas vorhabe. Falls nicht würde er mich gerne zu sich einladen. Wir fuhren dann mit einem kleinen, lustigen Daihatsu und einer Freundin von Somsak nach Kanchanaburi. Die Freundin konnte Englisch und so konnte ich auch mit Somsak kommunizieren.

Ein letztes Erlebnis beim Vajiralongkorndamm hatte ich am Freitag, bevor ich zurück nach Bangkok fuhr. Im Headoffice vom Vajiralongkorndamm wurde eine neue Büroangestellte gesucht. Ajaree, die Sekretärin des Direktors fragte mich, ob ich möglicherweise beim Vorstellungsgespräch dabei sein könnte, um den sechs Ladies Fragen auf Englisch zu stellen. Natürlich sagte ich zu. Das erste Mal, dass ich bei einem Vorstellungsgespräch auf der anderen Seite sitzen konnte. Die Frauen die sich vorstellten taten mir dann aber leid. Nicht mal alle konnte „My name is ...“ sagen. Und ich musste sie dann noch weiter ausfragen über ihre Familien und Lieblings TV-Sendungen.

Am Freitagnachmittag fuhr ich dann mit einem Assistant Direktor nach Bangkok und war froh, als wir dort heil ankamen. Die Strassen von Bangkok waren für mich auch beim zweiten Besuch überwältigend. Gibt es in der westlichen Welt solche chaotisch-bunt-modern-alt-arm-reich-alles-auf-ein-paar-quadratkilometer-zusammengemischten Städte?

Der Assistant Direktor, sein Name ist Suthivajr, lud mich bei Pueng ab. Pueng ist eine alte Freundin, die ich vor über drei Jahren bei meinem England-Aufenthalt in Bath kennen lernte. Es war eine grosse Freude, zumal ich nie erwartet hatte, dass ich sie jemals wieder sehen würde.

1 Kommentar:

  1. Love it! Da ich vor einem Jahr da war, kann ich so "nah" mitverfolgen, was du erlebst...echt ein inspirierendes Land, nicht??

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