Mittwoch, 18. November 2009

10 Wochen Thailand

Sawadii krap

Sabeidii mei?

Das heisst soviel wie „Hallo, wie geht es dir?“

Es sind sieben Wochen vergangen seit meinem letzten Blogeintrag. Somit ist es höchste Zeit für eine weitere Ausgabe von „Lorenzo allein in Thailand“. Die Überholungsarbeiten hier beim Bhumibol Damm sind vorbei und ich habe das erste Mal seit meinem letzen Blog wieder ein Wochenende ohne Arbeit oder Ausflug. Dieser Eintrag wird warscheinlich auch mein letzter sein, da mein Praktikum in drei Wochen vorbei ist. Danach werde ich für knapp vier Wochen mit Flavia in Thailand unterwegs sein. Ich kann es kaum erwarten und beschäftige mich seit ein paar Tagen intensiv mit den Reiseplänen. Es ist noch nicht alles fix, aber ein paar Sachen habe ich schon gebucht. Eine Kostprobe um euch eifersüchtig zu machen:

Am 5. Dezember landet Flavia in Bangkok. Zuerst werden wir das Weekend in Bangkok verbringen. Dann besuchen wir zwei Tage den Bhumibol Damm, weil dieser auf dem Weg nach Chiang Mai liegt. In der Region um Chiang Mai, im Norden von Thailand, werden wir voraussichtlich Trecks in den Urwald unternehmen, mit Elefanten baden, oder Riverraften oder was sich auch immer ergibt. Das wird spontan entschieden. Wir haben eine gute Woche Zeit, bevor wir mit dem Flugzeug noch Koh Samui weiter reisen. Diese Insel im Golf von Thailand ist auch bei uns eine berühmte Feriendestination. Etwa 70 km nördlich von Samui, auf Koh Tao, werden wir einen 4-Tägigen PADI Tauchkurs besuchen und mit Walhaien, richtigen Haien, Rochen und anderen spektakulären Meeresbewohner tauchen. Danach besuchen wir noch die Hippie-Insel Koh Pha-Ngan für die Weihnachtsparty und müssen bereits wieder zurück nach Bangkok. Am 30. Dezember landen wir dann hoffentlich in der Schweiz.

Das sind in etwa die Pläne. Bis jetzt habe ich lediglich den Tauchkurs und den Flug gebucht.

Anfänglich habe ich gehofft, dass ich auch noch nach Laos und Kambodscha gehen kann. Das muss ich leider aufs nächste Mal verschieben.

Nun schreibe ich noch ein paar Zeilen zu den vergangenen sieben Wochen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich nicht mehr so viele neue Erfahrungen gemacht habe wie in meinem ersten Monat in Thailand.

Ich habe bereits von der Liebe zu Karaoke erzählt, welche die Thais pflegen. Es ist für mich schon so gewöhnlich, dass es mir schwer fällt, darüber zu schreiben. Von Zeit zu Zeit gibt es Partys, bei denen es nur um Karaoke, Essen und Trinken geht. Vor einiger Zeit war ich auf so einer Party. Es waren etwa 15 Männer zugegen. Während sechs Stunden wurde ein Song nach dem anderen gesungen. Die Leute haben sich schon fast um das Mikrofon gestritten. Leider wurde mein „Nein Danke“ auch nach fünf mal nicht akzeptiert und so machte ich mich auf den erschwerlichen Weg zum Karaoke Computer um einen Song zu wählen. Es war nicht mal eine Liste vorhanden aus der ich hätte wählen können. Also habe ich einfach mal angefangen, Buchstaben einzutippen. Als ich gesehen habe, dass es Backstreet-Boys Songs gibt, hat mich dieser Gedanke so sehr amüsiert, dass ich „Show me the meaning of being lonely“ wählte. Während dem singen musste ich dann bemerken, dass ich die Tonlage nicht beherrschte und nicht mal die ganze Melodie kannte. Pech gehabt. Wenn nun in Thailand die Menschen glauben, Schweizer können nicht singen, so ist das meine Schuld. Als nächstes versuchte ich „Eternal Flame“ und „Mambo Nr. 5“. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass man die Tonart ändern kann und ich habe sogar eine Liste mit den Songs entdeckt. Meine Favourites sind „Can’t Help Falling In Love“ von UB40, „Don’t Speak“ von No Doubt, Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ und „Yesterday“ und „Let it be“ von den Beatles.

Eine weitere Eigenheit die ich bemerkt habe betrifft den Musikgeschmack der Thai-Männer. Ich mag mich an eine Situation erinnern, als ich eines Abends mit dem Team beim wöchentlichen gemeinsamen Nachtessen war. Im Restaurant gab es ein TV der Musikvideos zeigte. Als irgendeine Superschnulze lief und ich erwartete, dass jemand umschalten würde, wurden alle still - ja beinahe andächtig - und schauten fasziniert den Clip. Am Ende waren alle ganz entzückt von dieser neuen Schnulze. So eine Situation ist bei uns schwer vorzustellen.

Die letzen Wochen war ich die grösste Zeit mit ein paar Ingenieuren im Büro. Ab und zu holten sie die Gitarre und sangen ein paar Thai Lieder. Manchmal aber auch Ronan Keatings „If you say nothing at all“. Wenn sie von ihrem Laptop Englische Musik laufen lassen, dann sind das vielmals irgendwelche Withney Houston oder Mariah Carey Songs. Einer der Lieblingstitel scheint aber Enrique Iglesias’ „Hero“ zu sein. Rock oder Rap höre ich selten.

Kurz nachdem ich das letzte Mail geschrieben habe, haben hier die Überholungsarbeiten begonnen. Dabei kamen etwa 50 Techniker und Ingenieure von verschiedensten Kraftwerken im ganzen Land zum Bhumibol Damm, um bei den Arbeiten zu helfen. Darunter auch fünf Leute aus Bhutan und vier Leute aus Laos. Die Bhutan Ingenieure konnten sehr gut Englisch, was mich ziemlich glücklich machte. Sie haben mich während vier Wochen in denen sie hier waren über die Schweiz ausgefragt. Sie wollten wissen was ich für Hobbies habe, ob es in der Schweiz Reis gibt, wann ich Heiraten werde, ob ich Ski fahre, wie schnell wir auf der Strasse fahren dürfen usw. Besonders überrascht hat mich, dass sie DJ Bobo kennen. Grundsätzlich waren es dieselben Fragen, die mich auch alle Thais fragten. Einige Fragen musste ich so oft beantworten, dass ich mir manchmal überlegte, ein Seminar über „The Life Of Lorenzo (In Switzerland)“ für alle Anwesenden abzuhalten. Trotzdem war ich sehr froh über die Bhutan Leute. Ich fühlte mich ein wenig mit ihnen verbunden, weil auch sie in einer fremden Kultur waren. Für sie war Thailand, was für Thailand die Schweiz ist: Sehr modern und entwickelt.

Während den Überholungsarbeiten gab es kein Wochenende. Die Leute arbeiteten sieben Tage die Woche, bis die Arbeiten abgeschlossen waren. Glückerweise war das in meinem Fall nicht so. Einer der Chefs organisierte ab und zu am Sonntag einen Ausflug für die Laoten, die Bhutanessen und mich. An einem Sonntag fuhren wir nach Mae Sot. Das ist eine Grenzstadt zu Myanmar. Ich fand den Ausflug nicht sehr spektakulär und habe nur eine spezielle Erinnerung ans Mittagessen: Es gab Fischmägen. Ich habe ein wenig davon probiert. Es war ziemlich „gschlüdrig“, aber sonst nicht speziell.

Eine Woche später fuhren wir für einen Tag nach Chiang Mai. Dort besichtigten wir vor allem wunderschöne Tempel und ein Shoppingcenter. Das Shoppingcenter war etwa so gross wie unser Glattzentrum. Ich ging zum Frisör.

Wenn ich nichts Besseres vorhatte ging auch ich am Samstag und Sonntag zur Arbeit. Die spannendsten Test oder spektakulärsten Arbeiten fanden jeweils an Wochenenden statt.

Diese Überzeit werde ich übernächste Woche kompensieren: Ich werde eine Woche in Hua Hin (am Meer) und in Bangkok sein. Jonas Lysser, ein Freund aus der Schweiz, wird während dieser Zeit auch in Bangkok sein. Den ersten Schweizer den ich in Thailand treffen werde.

In den letzten sieben Wochen ging ich noch ein weiteres Mal nach Bangkok zu den Studenten die ich am Anfang kennen gelernt hatte. Wir gingen zusammen in den Siam Park. Das ist wie Europa-Park, nur etwas kleiner. Wir besuchten auch China Town. Mein absoluter Lieblingsplatz in Bangkok. Es ist laut und überall hat es Leute, aber es gibt in China Town so viel sehen. Ich kam aus dem staunen nicht mehr heraus. Einen Abend verbrachten wir an der Khao San Road. Das ist der Ort, wo die meisten „Farang“, das heisst die meisten Weissen zugegen sind. „Farang“ kommt von France. Die Franzosen waren die ersten die vergeblich versuchten, Thailand zu kolonialisieren. Ich war dabei erstaunt, wie viel von Thailand an dieser kleinen Strasse zu entdecken ist. Es gibt grillierte Insekten, Frauen mit traditionellen Kleidern aus dem Norden, viele Marktstände mit Thai-Food und sogar ein junger Elefant lief durch diese Strasse. Was mich vielmehr angeekelt hat als die frittierten Insekten waren die Ladyboys, die in viel zu grosser Anzahl die Strassen auf und ab gingen. Sie sind jedoch Teil der Kultur und gesellschaftlich nicht ausgeschlossen wie ich das vermutet hätte. Wenn man nur ganz wenig Zeit hat in Bangkok, sollte man unbedingt an die Khao San Road. Das einzige was dort aber nicht typisch ist, sind die Thais selber. Sie sind müde von den „dummen“ Touristen, welche betrunken und/oder mit einer Nutte im Arm durch die Strassen ziehen und sich benehmen wie Idioten. Die Leute ausserhalb Central-Bangkoks sind in der Regel freundlicher.

Ich war ziemlich traurig als ich wieder Abschied nehmen musste von meinen Freunden in Bangkok. Hier beim Damm konnte ich leider keine so guten Freundschaften schliessen.

Nur eine Woche später ging ich wieder mit der Bangkok-Crew auf einen Trip nach Lampang und Sukhothai. Das ist alles ziemlich nahe bei meinem Damm. Wir waren ganze zwölf Leute und hatten einen Mini-Van mit Fahrer für drei Tage.

In Lampang konnten wir bei Fon übernachten. Das ist eine der Studentinnen. Ich war erstaunt über das schöne und grosse Anwesen, das ihre Eltern besitzen. Obwohl weder Vater noch Mutter einen besonderen Job haben, ist ihr Haus sehr grosszügig und schön. In der Schweiz würde es bestimmt ein paar Millionen kosten. Lampang selbst ist eine schöne kleine Stadt mit hübschem Nachtbazaar und vielen Pferdekutschen.

Den zweiten und dritten Tag verbrachten wir in Uis Haus in Sukhothai. Sukhothai ist berühmt für verschiedene Sachen, da die Stadt vor ein paar Hundert Jahren die Hauptstadt war. Es gibt wunderschöne Tempel-Ruinen. Die Stadt ist aber auch berühmt für schöne Textilien, Silber- und Goldschmuck und das Loi Krathong Festival. Das Loi Krathong Festival war auch der Hauptgrund für unseren Besuch. Das Festival ist dazu da, kleine oder grosse „Krathong“, das sind Schiffe aus Bananenblättern, mit Kerzen zu bestücken und auf einem Teich oder Fluss schwimmen zu lassen. Damit wird der Gott des Wassers geehrt. Schlussendlich ist es einfach eine riesige Party, die bei den Tempelruinen stattfindet. Die Ruinen sind wunderschön beleuchtet und es gibt Feuerwerk und traditionellen Thai-Tanz.

Während ich mein verlängertes Wochenende in Lampang und Sukhothai verbrachte, verpasste ich leider etwas beim Damm: Eine Prinzessin kam auf Besuch und ich hätte die Möglichkeit gehabt sie zu sehen, und damit ein wenig „Königlichkeit“ zu erfahren. Als Schweizer kann man es sich überhaupt nicht vorstellen, was es heisst, einen König zu haben. Was mich erstaunte war der Aufwand der betrieben wurde. Mein Zimmer befindet sich in einem Haus neben der königlichen Residenz. Es gibt nur eine Zufahrtstrasse. Damit nun alles für das Prinzesschen eingerichtet werden konnte, wurden ich und etwa 30 andere in ein anderes Gästehaus umgesiedelt. Eine halbe Woche bevor die Prinzessin eintraf. Danach wurde alles hergerichtet, damit die Umgebung auch perfekt aussieht: Die Strasse wurde mit Fahnen gesäumt, die Bäume mit Lichterketten dekoriert, die Parkplatzlinien mit neuer Farbe nachgezogen, neue Blumen gepflanzt usw. Der Teich im Park wurde abgepumpt, gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt. Alles nur für eine Prinzessin, welche die dritte Ehefrau des unbeliebten Kronprinzen Maha Vajiralongkorn ist. Natürlich darf niemand sagen, dass Vajiralongkorn unbeliebt ist, aber ich habe das ein wenig aus den Antworten der Leute herausgespürt, mit denen ich gesprochen habe. Nun bin ich wieder im gleichen Haus, aber in einem anderen Zimmer.

Letzte Woche, als die Überholungsarbeiten beendet wurden hatte ich die Gelegenheit, das Damm Reservoir auf einem Schiff zu besichtigen. Es war ein tolles Erlebnis und ich konnte ein paar hübsche Fotos machen. Wir besuchten eine kleine Insel auf der ein winziges Kloster platziert ist. Von da aus hatte man einen wunderschönen Blick über einen Teil des Stausees.

Nach diesem Event reisten viele der Leute ab, die während des letzen Monats hier waren. Leider auch viele Ingenieure, die ein wenig Englisch sprachen. Im Moment ist es hier ziemlich ausgestorben und darum habe ich auch Zeit zum schreiben.

Nun werde ich noch ein paar Worte zu meiner Arbeit hier schreiben. Ich kann nicht verleugnen, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Die letzten zehn Wochen war ich hier vor allem Beobachter. Ich habe sehr viel gesehen, gelernt, gerechnet etc. Jedoch war ich nicht richtig integriert und hatte keine feste Aufgabe. Ich werde das in meinem Bericht den ich am Ende abgeben werde erwähnen. Auch den grossen Abstand zu Bangkok habe ich unterschätzt. Hier beim Damm gibt’s es fast keine Leute in meinem Alter mit Englischkentnissen. In Bangkok gibt es noch ganz viele andere Praktikanten aus Europa. Ein wenig mehr Austausch hätte mich ab und zu glücklicher gemacht.

So, nun habe ich wieder einiges mehr geschrieben als ich ursprünglich wollte.

Ich wünsche euch eine gute Zeit, trotz kaltem Wetter.

Samstag, 26. September 2009

Dritte Woche: Bhumibol Dam

Nun bin ich seit einer Woche beim Bhumibol Damm. Mein Zimmer hier gefällt mir sehr. Das Haus, in dem ich wohne ist wie ein Hotel ohne Restaurant. Mein Bett wird jeden Tag gemacht und so weiter. Ich habe dafür keine Kochgelegenheiten. Das brauche ich aber eigentlich auch nicht, weil eine Malzeit hier im Restaurant zwischen einem und zwei Schweizer Franken kostet. Ich muss jedoch etwa zehn Minuten zum Restaurant laufen.

Auch beim Bhumibol Damm ist die Gegend wieder etwa gleich eingerichtet wie beim Vajiralongkorndamm. Der Damm ist etwa drei Kilometer vom Camp entfernt. Im Camp hat es Restaurants, Shops, einen Swimming Pool, Golf etc.
Diese Woche habe ich sogar ein Mountain Bike bekommen. Ich kann es brauchen während meiner Zeit hier. Leider ist es heute Samstag schon den ganzen Tag am regnen, dabei wollte ich die Gegend mit meinem Bike erkunden. Dafür habe ich Zeit, euch einen überlangen Bericht zu schreiben.

Nächste Woche sollte ich einen Motto-Roller bekommen. Ich habe danach gefragt, weil ich mich etwas unselbständig fühle, wenn mich täglich jemand abholen und wieder nach Hause fahren muss. Ich hoffe, das wird klappen. Wenn ich mit dem Velo zum Damm fahren müsste, wäre ich vollständig vom Schweiss durchnässt. Auch wenn ich hier weiter im Norden bin, ist das Klima immer noch sehr feucht und heiss. Grundsätzlich mag ich das Klima hier. Man hat nie kalt. Sollte man trotzdem mal frieren, kann man immer noch die Klimaanlage ausschalten. Die Thais mögen es kühl, und die Autos und geschlossene Räume sind meistens zu kühl für mich. Ich freue mich dann immer zum rausgehen oder aussteigen. Mir wurde aber gesagt, dass es die nächsten Monate durchaus kälter werden wird. Vielleicht muss ich dann trotzdem noch einen Pullover besorgen.

Bis jetzt habe ich noch keine Bezugspersonen gefunden wie Apirak und Ajaree beim Vajiralongkorndamm. Kanchit musste leider am Dienstag für Sitzungen nach Bangkok und Laos.

Mit etwas Glück kann ich auch noch nach Laos reisen. Die E.G.A.T. (mein Arbeitgeber) unterstützt die Leute von Laos, weil sie in Laos Probleme mit ihren Wasserkraftwerken haben. Allgemein habe ich das Gefühl, dass hier am Bhumibol Damm einiges mehr läuft als beim Vajiralongkorn Damm. Es ist auch das grösste Wasserkraftwerk in Südostasien. Ständig sind Besucher von anderen Kraftwerken und aus anderen Ländern hier. Trotzdem habe ich noch keinen Nicht-Asiat gesehen.

Am vergangenen Dienstag hatte ich ein peinlich-lustiges Erlebnis. Ich wurde zu einer Party eingeladen, weil ein paar Leute pensioniert wurden. Wenn in Thailand eine Party gefeiert wird, nutzen sie die Gelegenheit um Karaoke zu singen. Sie fragten mich etliche Male, ob ich auch mal singen möchte. Ich verneinte höflich. Auf einmal rief mich dann aber die Speakerin mit dem Mikrofon auf die Bühne. Da ich nicht den Buhmann spielen wollte und schon ein paar Whisky-Soda in mir hatte, folgte ich dem Aufruf und schlurfte auf die Bühne. Blöderweise hatten die nicht vor, wenigstens einen Englischen Song für mich abzuspielen, damit ich mich hinter etwas Hintergrundmusik verstecken konnte. Nein, sie erwarteten, dass ich einen Schweizer Song vortrug. Ich fasste all meinen Mut zusammen, gab eine Version von „Es Buurebüäbli maag i nöd“ zum Besten und erntete tobenden Applaus. Hoffentlich war das mein letztes Erlebnis dieser Art.

Bei der Arbeit hatte ich die Gelegenheit, ein paar Tests mitzuverfolgen. Ab Oktober werden zwei „Units“, also zwei Generatoren mit allem Zubehör einer Überholung unterzogen. Bevor dies geschieht, werden diese Anlagen nochmals gestestet und ein paar wichtige Messdaten aufgenommen. Die Überholung der beiden „Units“ ist der eigentliche Grund und Inhalt meines Praktikums hier in Thailand. Ich freue mich auf diesen Teil. Des Weiteren habe ich eine Bibliothek entdeckt mit Englischen Bücher über Elektrische Maschinen. Mithilfe dieser Bücher probierte ich mich ein wenig weiterzubilden. Ich fühlte mich dabei ins zweite Semester zurückversetzt und hatte Freude an den vielen Formeln und Zeichnungen.

Am Freitag wurde ich von Chef der Electrical Maintenance Section, mein Boss für die nächste Zeit, nach Tak gefahren. Er wohnt mit seiner Familie in der Provinzhauptstadt Tak, das ist 60 Kilometer vom Damm entfernt. Zwei Söhne und Frau. Die Söhne heissen Domm und Damm. Damm ist nach dem Bhumibol Damm benannt. Er lud mich in ein feines Restaurant ein und danach fuhren wir wieder zurück zum Damm.

Bei mir ist Samstag, 26. September 2009, Nachmittag um 3 und es hat erstmals aufgehört zu regnen heute. Ich werde nun noch etwas meine neuen Jogging-Schuhe beschmutzen oder ein paar längen im Pool schwimmen.

Drittes Wochenende: Bangkok

Sa, 19.09.2009
Samstag war Shopping angesagt. Mir graute davor. Ich hatte eine grosse Shoppingliste, weil ich nicht allzu viel aus der Schweiz mitgenommen hatte. Mit dem Skytrain fuhr ich ins Shoppingviertel Siam. Ich fand glücklicherweise fast alles was ich brauchte, sogar Turnschuhe in meiner Grösse. Mir ist dabei aufgefallen, dass die Preise sehr unterschiedlich sind. An einigen Orten zahlt man für Schuhe fast gleichviel wie bei uns. An anderen Orten wiederum zahlt man fast nichts. Natürlich sind es auch nicht die gleichen Produkte. Der Unterschied zwischen billig und teuer ist viel extremer als bei uns.

Am Nachmittag hatte ich ein Treffen mit Dani und Neeno vom IAESTE. Das sind die beiden, die mich vom Flughafen abgeholt hatten. Sie hatten noch zwei weitere Begleiterinnen dabei. Mit ihnen ging ich zum Chatuchak Market. Ein riesiger, überdachter Markt in Bangkok mit tausenden Marktständen. Nach etwa 30 Minuten fing es an zu regen. Plötzlich war überall Wasser. Der Markt wurde richtig überflutet und es hatte überall etwa 15 cm Wasser auf den Wegen zwischen den Marktständen. Das war ein guter Zeitpunkt für mich, Flip Flops zu kaufen. Ich fand sogar welche in meiner Schuhgrösse (47). Ich lud die ganze Truppe zum Nachtessen ein, als Dank dass sie mir meine Einkaufstüten schleppten und den Nachmittag mit mir verbrachten. Toll, hier kann sogar ich es mir leisten, Leute zum Essen einzuladen.

Am Abend war ich mit Puengs Schwester, Fon, in einer Bar Namens „Choo Bee Doo“. Eine Thai-Bar mit lustigen Bands und kühlem Bier. Sie brachte noch eine Freundin und einen Freund mit. Die Musik war so laut, dass die ohnehin schon schwierige Kommunikation noch erschwert wurde. Nicht selten musste ich auf meinen antrainierten Trick zurückgreifen: Freundlich lächeln und nicken und hoffen, dass der Gesprächspartner keine Frage gestellt hat. Wir hatten eine Menge Spass und ich war ziemlich dizzy, als wir Zuhause ankamen. Pueng und Fon wohnen immer noch bei ihren Eltern, obwohl beide schon über 30 sind. Wie Italiener! J. Ich hatte ein schönes Zimmer mit eigenem Bad.

So, 20.09.2009
Am Sonntag war ausschlafen angesagt. Danach ging ich mit Pueng noch kurz zum Mittagessen in einen Park und dann musste ich mich bereits auf den Weg machen, um zum Bhumibol Damm zu kommen. Dort kam ich dann auch gut an und wurde herzlich von Kanchit empfangen. Kanchit ist der Ingenieur, der für mich zuständig ist beim Bhumibol Damm. Er ist ein guter Typ und spricht dazu sogar noch Englisch.

Zweite Woche

14.09.2009 - 18.09.2009
Die zweite Woche verbrachte ich am Tag durch in der „Operation Section“. Von da aus wird das Kraftwerk gesteuert. Am Montagmorgen war ich ziemlich frustriert, weil keiner der Anwesenden ein Wort Englisch sprechen konnte. Vielleicht denkt ihr euch, dass man sich auch mit „Händen und Füssen“ verständigen kann. Gewiss, solange man sich über Essen, Freundin, Fussball und Golf unterhält ist das eine gute Möglichkeit. Wenn es aber darum geht, etwas über die Sicherheitsvorkehrungen von Synchrongeneratoren mit Selbstanregung oder andere technische Sachen zu Erfahren, wird es ziemlich kompliziert. Am Nachmittag hatte dann zum Glück Pui Zeit und war meine Dolmetscherin. Ich glaube, ich muss IAESTE vorschlagen, dass sie das nächste Mal in Thailand zwei Stellen pro Job anzubieten: Eine Ingenieur- und eine Dolmetscherstelle J. Natürlich übertreibe ich ein wenig. Aber fachlich könnte ich sicher mehr profitieren, wenn die Kommunikation etwas fliessender wäre. Nichtsdestotrotz muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich die letzten drei Wochen zwar noch nichts fachlich beitragen konnte, aber mittlerweile doch etwas detaillierter weiss, wie ein Wasserkraftwerk funktioniert.

Meine Freizeit verbrachte ich in der zweiten Woche vorwiegen mit Leuten, die ich in der ersten Woche kennen lernte. Einmal fuhr ich noch eine Nacht nach Kanchanaburi. Ein Chef der Operation Section wollte mich seiner Familie vorstellen. Das war eine tolle Erfahrung. Somsak, das ist sein Name, fragte mich spontan am Nachmittag, ob ich am Abend schon etwas vorhabe. Falls nicht würde er mich gerne zu sich einladen. Wir fuhren dann mit einem kleinen, lustigen Daihatsu und einer Freundin von Somsak nach Kanchanaburi. Die Freundin konnte Englisch und so konnte ich auch mit Somsak kommunizieren.

Ein letztes Erlebnis beim Vajiralongkorndamm hatte ich am Freitag, bevor ich zurück nach Bangkok fuhr. Im Headoffice vom Vajiralongkorndamm wurde eine neue Büroangestellte gesucht. Ajaree, die Sekretärin des Direktors fragte mich, ob ich möglicherweise beim Vorstellungsgespräch dabei sein könnte, um den sechs Ladies Fragen auf Englisch zu stellen. Natürlich sagte ich zu. Das erste Mal, dass ich bei einem Vorstellungsgespräch auf der anderen Seite sitzen konnte. Die Frauen die sich vorstellten taten mir dann aber leid. Nicht mal alle konnte „My name is ...“ sagen. Und ich musste sie dann noch weiter ausfragen über ihre Familien und Lieblings TV-Sendungen.

Am Freitagnachmittag fuhr ich dann mit einem Assistant Direktor nach Bangkok und war froh, als wir dort heil ankamen. Die Strassen von Bangkok waren für mich auch beim zweiten Besuch überwältigend. Gibt es in der westlichen Welt solche chaotisch-bunt-modern-alt-arm-reich-alles-auf-ein-paar-quadratkilometer-zusammengemischten Städte?

Der Assistant Direktor, sein Name ist Suthivajr, lud mich bei Pueng ab. Pueng ist eine alte Freundin, die ich vor über drei Jahren bei meinem England-Aufenthalt in Bath kennen lernte. Es war eine grosse Freude, zumal ich nie erwartet hatte, dass ich sie jemals wieder sehen würde.

Zweites Wochenende

Sa, 12.09.2009
Am Samstagmorgen um 8 Uhr holten mich Ajaree und Apirak ab und wir fuhren zusammen mit drei anderen Begleitern zum Three Pagodas Pass, an die Grenze zu Myanmar (Burma). Myanmar ist seit einiger Zeit eine Militärdiktatur und deswegen eigentlich für Touris wie mich gesperrt. Als wir dann beim Grenzübergang ankamen, holte mich das Thai Militär zu sich und empfahl mir, die Grenze nicht zu übertreten. Es bestand die Gefahr, dass ich nicht wieder zurückkommen darf. In meinem Reiseführer stand zwar etwas von einem One-day-visa, aber ich habe auf der Myanmar Seite niemanden gesehen. Da das Wetter sowieso nicht so viel versprechend aussah, entschied ich mich in Thailand zu bleiben. In der Nähe der Grenze wurde ich dann in eine Werkstatt geführt, wo Frauen aus Myanmar für das thailändische Militär Kleider anfertigten. Der Tageslohn beträgt 70 Baht. Das sind CHF 2.40. Ich war natürlich entsetzt. Ajaree sagte mir dann, dass man in Myanmar damit ganz gut leben kann. Nach diesem Erlebnis fuhren wir nach Sanklahburi, in einen buddhistischen Tempel. Dort wurden wir von Mönchen gesegnet und jeder bekam ein Armbändeli ums Handgelenk gestülpt. Natürlich war meine Hand viel zu gross für dieses enge Armband. Es bedurfte einiges an Aufwand, bis ich das Ding endlich ums Handgelenk trug.

S0, 13.09.2009
Am Sonntag fuhren wir nach Kanchanaburi. Das ist die Provinzhauptstadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Hellfire Pass vorbei. Ein Ort, wo im Zweiten Weltkrieg viele tausende alierte Soldaten und zehntausende Leute aus Südostasien beim Bau einer Eisenbahn für die Japanischen Streitkräfte ums Leben kamen. Heute auch bekannt als „The Railway of Death“. Eigentlich will ich euch nicht mit geschichtlichen Dingen langweilen. Am selben Tag hatte ich noch weitere WWII-Erlebnisse und wir machten etwas Sightseeing in Kanchanaburi. Auf der Heimfahrt erklärte mir Pui, eine Begleiterin, dass der vollständige Namen Bangkoks etwas länger ist:

„Krungthepmahanokorn Amorn Ruttanakosin
Mahintara Yuttaya mahadilok
Pob Nobparat Ratchatani
Burirom Udom Ratchanirate
Mahasatan Amorn Piman
Avatarn Stid
Sakkatattiya Witsanu Kumprasit“

Es heisst soviel wie „Stadt der Engel, wo der König lebt und die Schätze aufgehoben sind etc....“.
Am Sonntagabend war ich bei einem meiner Begleiter zum Nachtessen eingeladen. Ich staunte nicht schlecht, als neben Reis und Fisch und anderen Leckereien, auch noch eine Schüssel mit frittierten Insekten aufgetischt wurde. Bereits zwei Tage zuvor hatte ich beobachtet, wie viele Leute hier in ihrem Garten am Abend ein Netz aufspannen und dieses mit UV-Lampen bestrahlen, damit Insekten gefangen werden können. Mir wurde da schon offenbart, dass diese Insekten verspeist werden. Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass ich selber diese Dinger auf dem Tisch haben werde. Natürlich erwarteten alle, dass ich diese Zikaden probieren würde. Zum Glück waren keine Flügel mehr dran. Aber die Augen hat man noch gesehen. Ich musste mich schon ein wenig überwinden, aber schlussendlich war das ganze eine Knusper-Krosse Angelegenheit. Ziemlich lecker. Die Thais haben sich natürlich den Bauch gehalten vor Lachen, und sich köstlich über meine Gesichtsausdrücke amüsiert. Als Dank habe ich ihnen eine Tafel Schweizer Schokolade überreicht.

Erste Woche

07.09.2009 - 11.09.2009
Arbeit
Die ersten beiden Wochen habe ich eine prima Einführung in die thailändische Arbeits- und Lebenskultur erhalten. Die meisten Leute hier beginnen ihre Arbeit um 08:00 Uhr am Morgen und haben um 16:00 Uhr Feierabend. Es werden 7 Stunden pro Tag gearbeitet.

Ich wurde jeweils um 08:00 Uhr abgeholt und mein Betreuer Sarun und ich fuhren zum Morgenessen ins Restaurant. Es brauchte ein paar Tage, bis ich mich an Reis mit Gemüse oder Fleisch zum „Zmorge“ gewöhnen konnte. Ich schaue jeweils, dass ich zu dieser Tageszeit noch nichts Scharfes auf meinen Teller bekomme.

Nach dem Frühstück fuhren wir jeweils ins Kraftwerk beim Damm. Es gab in den ersten beiden Wochen für mich nichts aktiv zu tun. Ich schaute den Leuten beim arbeiten zu und stellte Fragen. (Eigentlich stelle ich mir so das Leben eines Ingenieurs vor). Glücklicherweise habe ich mich nicht schon im Studium auf Leistungselektronik spezialisiert, sonst wäre es mir wohl sehr schnell langweilig geworden. Sarun gab mir ein Buch in Englisch, welches mir eine Übersicht über den ganzen Damm gab. Weil meine Fragen oft nicht verstanden wurden oder ich die Antworten nicht verstehen konnte war ich sehr froh um das Buch. Es beantwortete vieler meiner Fragen.

Wenn mal gerade nichts los war konnte ich mein Notebook gebrauchen. Ich nützte diese Zeit um Mails zu schreiben und meine Fachkenntnisse mit Wikipedia zu erweitern oder aufzufrischen. Mein Mac-Book ist hier übrigens eine Sensation. Endlich bekommt es die Aufmerksamkeit, die ihm gebührtJ.

Während meines Aufenthalts bei Vajiralongkorn Damm hatte ich auch die Möglichkeit etwas herumzureisen. Einmal fuhren wir zu einem anderen Damm, der sich gerade im Umbau befindet. Dort hatte ich die Gelegenheit ein Kraftwerk mit Generator und Turbinen „von Innen“ anzusehen. Das mag jetzt für euch sehr langweilig klingen. Für mich war es ziemlich beeindruckend. Ein anderes Mal fuhren wir zu einem Mini Kraftwerk. Auf dem Weg dorthin sahen wir einen Zwei-Meter Waran. Zuerst habe ich gedacht es handle sich um ein junges Krokodil, das etwas komisch aussieht. Natürlich hatte ich grosse Freude an diesem Riesen-Gecko. Am selben Tag habe ich dann noch etwas mehr über die thailändische Arbeitsmentalität erfahren. Wegen starkem Regen fiel die Spannungsversorgung im Minikraftwerk aus. Wir mussten unsere Arbeit abbrechen und fuhren zurück. Auf dem Rückweg wurde auch der Grund für den „Stromausfall“ ersichtlich. Ein Ast eines Bambus-Baums schloss zwei Leitungen des Strommasts kurz. Der Ast brannte friedlich vor sich hin während ich die anderen Leute im Auto schockiert fragte, ob sie den nichts unternehmen wollten. Sie lachten und sagten, dass eine andere Behörde für die dieses Stromnetz zuständig wäre. Wir fuhren weiter.

Bei der Arbeit gab es nicht allzu viele Highlights, weil das Kraftwerk im normalen Betrieb arbeitete. Es wird erst spannend, wenn irgendwas renoviert wird oder ein Unfall passiert. Natürlich war ich froh, dass kein Unfall passierte. Die interessantesten Ereignisse waren die Besichtigungen. Einmal machten wir eine Tour durch den Damm und prüften die Pumpen. Im Damm drinnen hat es viele Kilometer Tunnels und ich war froh, dass ich nach zwei Stunden wieder Heil aus diesem Labyrinth heraus kam. Wäre ich allein gewesen, würde man wohl in ein paar Jahren mein Skelett finden.


Freizeit
Die eigentlichen Höhepunkte meiner Zeit beim Vajiralongkorn Damm ereigneten sich nach der Arbeit. Ich habe möglicherweise schon im letzten Mail erwähnt, wie es um die Gastfreundschaft der Thais steht. Sie ist unschlagbar. Es verging in der ersten Woche kein Abend, den ich alleine verbringen musste. Darüber war ich froh, denn sobald ich am Abend alleine war, fühlte ich mich nicht mehr so richtig wohl und spürte, dass ich weit von Zuhause entfernt war.

Am ersten Abend machte ich mich selbst auf den Weg zum Restaurant. Dort traf ich Ajaree, die Sekretärin des Direktors, eine der wenigen mit guten Englischkentnisse. Sie erkannte meine Not und war darum bemüht, mir ein paar Jungs zu suchen. Den Abend verbrachte ich dann mehrheitlich mit Ajaree und Tom, einem Mechaniker der zwar fast kein Englisch konnte, sich aber herzlich darum bemühte.

Es war eine ziemlich lustige Kommunikation die wir da zusammen führten. Ich habe den wertvollen Tipp bekommen, immer Stift und Papier bei mir zu haben, damit man die Sachen aufschreiben kann die man sagen will. Vielmals haben die Thais die mal an einer Uni waren, einen ziemlich grossen Wortschatz. Die Aussprache ist einfach so miserabel, dass man nahezu nichts versteht. So müssen sie mir halt teilweise ein paar Stichwörter aufschreiben, damit ich sehe, was gemeint ist. Dabei probiere ich auch immer wieder ein paar neue Thai-Wörter, oder die komplizierten Namen meiner Mitmenschen zu notieren. Mein Thai-Vokabular wird stetig grösser. Ich kann aber keine ganzen Sätze sprechen. Nur einzelne Wörter wie „Hunger“, „scharf“, „Hallo“ etc. Das Wichtigste eben. Die Schrift probiere ich aber gar nicht erst zu lernen. 44 Konsonanten und über 16 Vokale sind mir zu viel.

Am zweiten Abend wurde ich von Apirak, dem Chef-Ingenieur und Ajaree abgeholt. Ajaree war sozusagen die Dolmetscherin, weil Apirak kein Wort Englisch mehr gesprochen hat seit dem Studium. Wir gingen in ein wunderbares Restaurant Namens „Bamboo Hut“ im Dschungel. Nach dem vorzüglichen Essen besuchten wir noch die heissen Quellen von Hin Dad. Ich habe dabei an ein Thermalbad gedacht. Das war es in gewisser Weise auch. Nur viel romantischer als wir uns das gewöhnt sind. Zwei heisse Pools mitten im Dschungel, an einem reissenden Fluss bildeten das Bad. Die Becken waren aus natürlichem Stein und das Wasser darin so heiss, dass ich mich eine ganze Weile anklimatisieren musste bis ich mich wohl fühlte.

Am dritten Abend holte mich Jab ab, ein junger Ingenieur. Wir gingen zu seinen Kollegen und spielten Fifa auf der PS2. Leider habe ich verloren.

Am vierten Abend holte mich Tom ab und wir fuhren zur Driving Range. Es war das erste Mal, dass ich einen Golfschläger in der Hand hatte. Aber es machte mir Spass. Ein Hobby, welches ich mir in der Schweiz auch angewöhnen könnte... wenn ich pensioniert bin.
Am Freitagabend waren dann nicht mehr viele Leute anzutreffen. Normalerweise wird hier von Montag bis Freitagmittag gearbeitet. Danach machen sich alle auf den Heimweg zu ihren Familien. Ein Grossteil Teil der Angestellten wohnt in Bangkok. Der Bus braucht fünf Stunden bis dorthin. Ich blieb jedoch auf dem Areal, weil Ajaree und Apirak mit mir Ausflüge nach Myanmar und Kanchanaburi planten.

Erste Eindrücke Vajiralongkorndamm

Mo, 07.09.2009
Mein erster Arbeitstag. Ich wurde um 08:00 abgeholt und in der Anlage herumgefahren. Das Wasserkraftwerk, ein Staudamm, umfasst auch noch einen Golfplatz, Fussballfelder (Olee, d'Schwiiz hät ja gwunne gägä Griecheland, hani vorher no gse :). Voll geil mann!! ), Swimmingpool, ein paar Tenniscourts und mehrere Restaurants und Läden. Ziemlich grosse Anlage. Falls es jemanden interessiert, das Kraftwerk hat eine Leistung von 300 MW (Wie das kleinste AKW der Schweiz). Den Rest des Tages verbrachte ich damit, mein Notebook thailandtauglich zu machen und auf Facebook zu chatten. Nach Feierabend wurde ich dann zu einem Hühnerkampf geführt. Eklig aber irgendwie lustig. Ach ja, der Direktor hat mich noch begrüsst. Da kam ich mir irgendwie vor wie ein wichtiger Politiker. Ich wurde in seinem Bonzenbüro empfangen und seine Sekretärin machte Fotos von uns beim Hallo sagen. Auch er sprach nur schwer verständlich. Sein Sekretärin spricht dafür sehr gut, zum Glück. Es wurde mir erstmals bewusst, wie isoliert man ist, wenn man wirklich keine Chance hat zu verstehen und zu lesen. In Bangkok waren die Strassenschilder noch zweisprachig (Thai/Eng.), hier auf dem Land ist alles nur noch Thai. Etwa so:
โครงการแลกเปลี่ยนนักศึกษานานาชาติเพื่อการฝึกงานด้านเทคนิคประจำประเทศไทย (ไอเอสเต้ประเทศไทย) มหาวิทยาลัยเทคโนโลยีพระจอมเกล้าพระนครเหนือ จะเปิดรับสมัครสอบคัดเลือกนักศึกษาระดับอุดมศึกษาชั้นปีที่ 3-4 และปริญญาโท-เอก อายุไม่เกิน 30 ปี เข้าร่วมโครงการฝึกงานด้านเทคนิคในต่างประเทศของ IAESTE Thailand ประจำปี 2553
นักศึกษาผู้สนใจประสงค์จะสมัครสอบคัดเลือกเพื่อขอรับทุนฝึกงานดังกล่าว สามารถสมัครได้ที่สำนักงาน IAESTE Thailand ห้อง 1003 ชั้น 10 อาคารอเนกประสงค์ มหาวิทยาลัยเทคโนโลยีพระจอมเกล้าพระนครเหนือ เลขที่ 1518 ถนนพิบูลสงคราม บางซื่อ กทม. 10800 โทร. 02-912-2009, 02-913-2500 หรือ 02-585-8541-9 ต่อ 1025, 1193 และ 1194.
AHA!!!
Wenn man dann noch allein ist hat das durchaus nicht nur einen positiven Einfluss auf die allgemeine Gefühlslage.
Allgemein kann ich sagen, dass Thailand ein super Land ist. Ich habe die Sprachbarriere etwas unterschätzt. Allein so weit weg zu reisen ist schon noch eine andere Sache, als zu zweit. Das Wetter ist heiss, obwohl es die Hälfte der Zeit regnet (Masoala Halle). Jedes Zimmer ist aber mit einer Klimaanlage ausgestattet. Das Essen schmeckt vorzüglich. Die Leute sind wirklich sehr nett und kümmern sich um mich. Wäre dies nicht der Fall, würde ich gerne sofort wieder nach Hause kommen. Ich freue mich auf die nächste Zeit und bin mir sicher, dass ich viel tolle Erlebnisse haben Werde.
Noch ein Wort zur Umwelt. Ich sitze hier in einem Restaurant mit überdeckter Terasse. Während ich das schreibe, sitzen an der Decke ca 20 Geckos und verspeisen die Insekten bei den Lampen. Um mich herum hat es einen Lärmpegel von mindestens 80 dB(A), Obwohl es schon Mitternacht ist, höre ich verschiedene Vögel und Insekten, Frösche aber auch Affen (leider habe ich noch keinen gesehen).