Samstag, 26. September 2009

Zweites Wochenende

Sa, 12.09.2009
Am Samstagmorgen um 8 Uhr holten mich Ajaree und Apirak ab und wir fuhren zusammen mit drei anderen Begleitern zum Three Pagodas Pass, an die Grenze zu Myanmar (Burma). Myanmar ist seit einiger Zeit eine Militärdiktatur und deswegen eigentlich für Touris wie mich gesperrt. Als wir dann beim Grenzübergang ankamen, holte mich das Thai Militär zu sich und empfahl mir, die Grenze nicht zu übertreten. Es bestand die Gefahr, dass ich nicht wieder zurückkommen darf. In meinem Reiseführer stand zwar etwas von einem One-day-visa, aber ich habe auf der Myanmar Seite niemanden gesehen. Da das Wetter sowieso nicht so viel versprechend aussah, entschied ich mich in Thailand zu bleiben. In der Nähe der Grenze wurde ich dann in eine Werkstatt geführt, wo Frauen aus Myanmar für das thailändische Militär Kleider anfertigten. Der Tageslohn beträgt 70 Baht. Das sind CHF 2.40. Ich war natürlich entsetzt. Ajaree sagte mir dann, dass man in Myanmar damit ganz gut leben kann. Nach diesem Erlebnis fuhren wir nach Sanklahburi, in einen buddhistischen Tempel. Dort wurden wir von Mönchen gesegnet und jeder bekam ein Armbändeli ums Handgelenk gestülpt. Natürlich war meine Hand viel zu gross für dieses enge Armband. Es bedurfte einiges an Aufwand, bis ich das Ding endlich ums Handgelenk trug.

S0, 13.09.2009
Am Sonntag fuhren wir nach Kanchanaburi. Das ist die Provinzhauptstadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Hellfire Pass vorbei. Ein Ort, wo im Zweiten Weltkrieg viele tausende alierte Soldaten und zehntausende Leute aus Südostasien beim Bau einer Eisenbahn für die Japanischen Streitkräfte ums Leben kamen. Heute auch bekannt als „The Railway of Death“. Eigentlich will ich euch nicht mit geschichtlichen Dingen langweilen. Am selben Tag hatte ich noch weitere WWII-Erlebnisse und wir machten etwas Sightseeing in Kanchanaburi. Auf der Heimfahrt erklärte mir Pui, eine Begleiterin, dass der vollständige Namen Bangkoks etwas länger ist:

„Krungthepmahanokorn Amorn Ruttanakosin
Mahintara Yuttaya mahadilok
Pob Nobparat Ratchatani
Burirom Udom Ratchanirate
Mahasatan Amorn Piman
Avatarn Stid
Sakkatattiya Witsanu Kumprasit“

Es heisst soviel wie „Stadt der Engel, wo der König lebt und die Schätze aufgehoben sind etc....“.
Am Sonntagabend war ich bei einem meiner Begleiter zum Nachtessen eingeladen. Ich staunte nicht schlecht, als neben Reis und Fisch und anderen Leckereien, auch noch eine Schüssel mit frittierten Insekten aufgetischt wurde. Bereits zwei Tage zuvor hatte ich beobachtet, wie viele Leute hier in ihrem Garten am Abend ein Netz aufspannen und dieses mit UV-Lampen bestrahlen, damit Insekten gefangen werden können. Mir wurde da schon offenbart, dass diese Insekten verspeist werden. Ich habe jedoch nicht damit gerechnet, dass ich selber diese Dinger auf dem Tisch haben werde. Natürlich erwarteten alle, dass ich diese Zikaden probieren würde. Zum Glück waren keine Flügel mehr dran. Aber die Augen hat man noch gesehen. Ich musste mich schon ein wenig überwinden, aber schlussendlich war das ganze eine Knusper-Krosse Angelegenheit. Ziemlich lecker. Die Thais haben sich natürlich den Bauch gehalten vor Lachen, und sich köstlich über meine Gesichtsausdrücke amüsiert. Als Dank habe ich ihnen eine Tafel Schweizer Schokolade überreicht.

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